Platin bläst zur Aufholjagd

Platin bläst zur Aufholjagd

Feingold Research  | 23.05.2019 08:57

Bei der Einschätzung der Wertentwicklung der Edelmetalle Palladium und Platin spielt die Automobilbranche eine große Rolle. Der hohe Palladiumpreis könnte die Nachfrage der Autoindustrie nach Platin anheizen, die Preisdifferenz ist jedenfalls hoch genug. Anleger setzen mit dem Turbo-Bull PB0YZ9 der BNP Paribas (DE:BNPP) auf steigende Platinnotierungen. Anleger mit langem Horizont können hier bei Ophirum auch in physisches Platin investieren.

Platin ist sehr gut ins Jahr gestartet und hat mit einem Preis von etwas mehr als 900 Dollar je Feinunze das höchste Niveau seit knapp einem Jahr erreicht. Ende April war es mit der Herrlichkeit allerdings wieder vorbei und der Preis fiel wieder unter 820 Dollar – ein Nullsummenspiel. Dennoch werden dem Edelmetall Comeback-Chancen eingeräumt, vor allem langfristig.

Denn die Autoindustrie könnte demnächst vor einem strukturellen Wandel stehen. Sie sind die größten Nachfrager von Platin sowie Palladium, die beide in Katalysatoren eingesetzt werden, um die Abgase zu reinigen. Platin litt in den vergangenen Jahren an der Dieselkrise, weil das Edelmetall überwiegend in Dieselfahrzeugen zum Einsatz kommt, Palladium wurde dagegen bei Automobilen mit Benzinmotoren verbaut und war entsprechend nachgefragt worden. Da beide Edelmetalle vergleichbare chemische Eigenschaften besitzen, wäre aber auch der Einsatz des derzeit günstigeren Platins in Benzinkatalysatoren künftig denkbar. Schließlich war es früher umgekehrt: Palladium war deutlich günstiger als Platin, weshalb die Industrie Platin zusehends durch Palladium ersetzt hatte. Eine Kehrtwende ist daher technisch möglich.

Nachfragesituation ändert sich nur langsam

Aktuell sprechen die historisch hohe Preisdifferenz von mehr als 500 Dollar und der im Vergleich zu Palladium hohe Angebotsüberschuss für eine Substitution von Palladium durch Platin. Allerdings geht ein Wechsel mit vielen technischen Veränderungen und einer Anpassung der Produktionsprozesse einher, so dass mehrere Jahre vergehen dürften, bis sich eine nachhaltige Veränderung bei der Nachfrage der Metalle ergibt. So prognostiziert der World Platinum Investment Council (WPIC) weiterhin einen hohen Platin-Angebotsüberschuss von 375.000 Unzen in diesem Jahr.

Auch die Schmucknachfrage nach Platin kann die Angebots- und Nachfragesituation aktuell nicht verbessern. In China, dem immer noch größten Markt für Platinschmuck, hat sich die Nachfrage in den vergangenen Jahren halbiert. Außerhalb von China nimmt die Nachfrage nach Platinschmuck dagegen zu, insbesondere im bevölkerungsreichen Indien. Vergleichsweise robust war dagegen die Investmentnachfrage nach Platin, die im ersten Quartal kräftig gestiegen ist.

Platin zuletzt stärker als Palladium

Dennoch hat sich der Platinpreis in den vergangenen drei Monaten insgesamt nicht von der Stelle bewegt, aber gegenüber Palladium immerhin eine relative Stärke gezeigt: Palladium verlor im gleichen Zeitraum mehr als zehn Prozent. Auch wenn die Anpassungen in der Automobilindustrie noch Zeit in Anspruch nehmen werden, kann sich der Platinpreis bereits im Vorfeld in Erwartung einer Angebots- und Nachfrageverschiebung verändern. Ein Anfang ist in den vergangenen Monaten bereits vollzogen.

Quelle: Ophirum, eigene

Feingold Research

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