Gold – der sichere Hafen startet durch

Gold – der sichere Hafen startet durch

Feingold Research  | 14.05.2019 07:52

Gold zog zum Wochenbeginn deutlich an und flirtet mit der 1300-USD-Marke. Der Start für weitere Kursgewinne? Wir stellen die Analyse auf dem KnowHow-Magazin von GS vor. Hier finden Sie die neue Kompakt-App. Goldman Sachs (NYSE:GS) bietet ein Open-End Zertifikat mit der WKN GS0HH0. Wer den Währungseffekt ausschalten möchte, greift bei “Quanto” zu und zahlt dafür eine kleine jährliche Gebühr - GS72X2. Mit moderatem Hebel 2 sind Sie mit der WKN SC2TPV der Societe Generale (PA:SOGN) dabei.

Trotz anhaltender Wachstumssorgen und obwohl die langfristigen Renditen zurückgegangen sind, entwickelte sich der Goldpreis seit Jahresbeginn nicht besonders gut. Daher stellt sich die Frage, ob Gold seiner Rolle als „sicherer Hafen“ noch gerecht werden kann.

Ende März überraschte der schwache deutsche Einkaufsmanagerindex die Märkte und lenkte den Fokus wieder auf ein geringes globales Wachstum. Darüber hinaus verläuft die US-Zinskurve erstmals seit 2007 wieder invers. Das heißt: die Rendite kürzerlaufender Zinspapiere ist untypischerweise höher als die von Langläufern. Zudem sind die 10-jährigen Realzinsen in den USA, die im Durchschnitt eine stark negative Korrelation mit Gold aufweisen, von 1 Prozent Ende vergangenen Jahres auf 0,53 Prozent Ende März gesunken.

All diese Gründe sprechen eigentlich für einen steigenden Goldkurs. Dennoch hat die Feinunze seit Jahresbeginn nur 1,2 Prozent zugelegt. Dabei hätte eine Bewegung der realen Zinsen in dieser Größenordnung in der Vergangenheit Gold (um 8 Prozent) nach oben getrieben. Wie kam es zu dieser Abkopplung der Gold-Zins-Korrelation seit Jahresbeginn? In unserer Titelgeschichte gehen wir dieser Frage nach und zeigen, wie risikobereite Anleger mit Optionsscheinen, MiniFutures und Turbos gehebelt in den Goldpreis investieren können.

ZINSEN ALS RISIKOBAROMETER

Dass sich der Goldkurs in diesem Jahr so schwach entwickelt hat, liegt wohl daran, dass sich die Sorgen vor einer Rezession seit Jahresanfang verringert haben. Und einer der Hauptgründe für eine erhöhte Risikobereitschaft der Anleger war die Zurückhaltung der US-amerikanischen Notenbank Fed, die für Anleger die Rezessionssorgen gemildert hat. Dies lässt sich auch an der starken Kursentwicklung risikoreicher Anlagen wie Aktien ablesen . Der S&P 500® ist seit dem Jahresbeginn bis Ende März um 14 Prozent gestiegen. Zuflüsse in Gold-Investments sind normalerweise negativ/invers korreliert mit Anlagen in risikoreicheren Risikoklassen. Eine starke Entwicklung der letztgenannten mindert bei Anlegern meist das Interesse, in Gold anzulegen. Die Abkopplung der Gold-Zins-Korrelation seit Jahresbeginn liegt allerdings wohl nicht daran, dass Gold seinen Status als sicheren Hafen verloren hätte. Vielmehr sind die 10-jährigen Realzinsen aktuell zu einem schlechten Risikobarometer geworden. Das bestätigt auch die Vermutung, dass die Gold-Zins-Korrelation in einem späteren Stadium des Zyklus komplizierter wird. In einem frühen Stadium des Zyklus führen niedrigere Zinsen tendenziell zu einem höheren Risiko von Währungsabwertungen. In der Folge steigt meist die Nachfrage nach Gold. In einem späten Stadium des Zyklus, wenn sich die Geldpolitik strafft, verlagert sich der Fokus vom Risiko der Währungsabwertung zu dem Risiko einer künftigen Rezession.

Aus Sicht von Goldanlegern können höhere Zinsen daher tatsächlich gut sein, da sie risikoreiche Anlagen schwächen und zu mehr Rezessionssorgen führen können. Niedrigere Zinsen hingegen können dann allerdings auch dazu führen, dass sich der Optimismus der Anleger erholt und sichere Anlagen wie Gold unattraktiver werden. Außerhalb des frühen Stadiums des Zyklus, in dem niedrigere Realzinsen selbst zu Befürchtungen hinsichtlich einer Währungsabwertung führen können, hat die Korrelation zwischen Gold und Zinsen in der Vergangenheit nur dann funktioniert, wenn die Zinsen ein gutes Barometer der Risikostimmung waren.

DIE BEDEUTUNG DES JAPANISCHEN YEN

Der Yen ist ebenfalls eine Anlageklasse, die traditionell als sicherer Hafen gilt. Auch der Yen hat sich von den 10-jährigen Realzinsen gelöst. Tatsächlich ist die Gold-Realzins-Korrelation eng mit der Korrelation zwischen Realzins und Yen verbunden (siehe Abb. 4). Dies bedeutet, dass die Gold-Realzins-Korrelation negativ ist, wenn die Realzinsen durch Veränderungen der Risikobereitschaft und der Wachstumserwartungen getrieben werden und sich im Einklang mit der Entwicklung von anderen sicheren Häfen bewegen. Alles in allem könnte sich Gold künftig aufgrund der Rezessionssorgen in Bezug auf das späte Stadium des US-Zyklus und der negativen deutschen 10-jährigen Real – zinsen positiv entwickeln. Zudem dürften die Renditen risikoreicher Anlagen nach der Kurs-Rally im ersten Quartal voraussichtlich niedrig und volatil sein, was für Gold als zusätzlichen Portfolioschutz sprechen könnte. Darüber hinaus stiegen die gemeldeten Goldkäufe der Zentralbank seit Jahresbeginn. So haben Russland, China und Kasachstan zwischen Januar und Februar 2019 ihren Bestand um 62 Tonnen erhöht – im Vergleich zu 49 Tonnen zwischen Januar und Februar des Vorjahres.

Quelle: Goldman Sachs, eigene

Feingold Research

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