Kathy Lien | 10.05.2021 06:44
Ökonomen und Investoren hätten mit den US-Arbeitsmarktdaten kaum mehr daneben liegen können. Der US-Dollar gab gegenüber allen Leitwährungen stark nach. Der Grund: ein miserables US-Stellenplus. Ökonomen hatten mit knapp unter 1 Million neuer Stellen gerechnet, die Flüsterschätzungen lagen sogar deutlich darüber. Zur großen Überraschung aller wurden im Monat April nur 266.000 Arbeitsplätze geschaffen. Das Jobwachstum per Berichtsmonat März wurde ebenfalls nach unten revidiert, wobei die Arbeitslosenquote auf 6,1% stieg (erwartet wurde ein Rückgang auf 5,8%). Einziger Lichtblick war das Lohnwachstum, das sich um 0,7% beschleunigte.
Jedermann rätselt, wie der Arbeitsmarktbericht angesichts des starken Verbrauchervertrauens und des deutlichen Rückgangs der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nur so schlecht ausfallen konnte. Einige Ökonomen weisen auf einen Arbeitskräftemangel hin - vor allem, da die Beschäftigung im Baugewerbe trotz des boomenden Immobilienmarktes und des Aufschwungs im Wohnungsbau stagnierte. Das Freizeit- und Gastgewerbe verzeichnete einen Zuwachs von mehr als 330.000 Arbeitsplätzen, der jedoch durch Rückgänge in der verarbeitenden Industrie und bei den Zeitarbeitern ausgeglichen wurde.
Wie kann es einen Mangel an Arbeitskräften geben, wenn der Wirtschaft immer noch 8 Millionen Stellen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie fehlen? Ein wesentlicher Teil des Problems liegt in der Kinderbetreuung und dem großzügigen zusätzlichen Arbeitslosengeld, das erst im September ausläuft. Viele Arbeitnehmer zögern, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, insbesondere vor dem Ende des Schuljahres. Es ist nicht sicher, ob es im nächsten Monat zu einer kräftigen Erholung kommen wird (wir glauben, dass es dazu kommen wird), aber was unbestreitbar ist, ist, dass ein mögliches "Tapering" vorerst ad acta gelegt worden ist. Das Zögern von US-Notenbankchef Jerome Powell, über eine Reduzierung der Anleihekäufe zu sprechen, lässt sich durch die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt rechtfertigen. Die Anleger schickten den US-Dollar auf breiter Front nach unten, was genau die Reaktion ist, die man bei einem so schwachen Datensatz erwarten würde.
Die Aktienmärkte hingegen schossen in die Höhe, schließlich sind schlechte Nachrichten gute Nachrichten für die Anleger. Wie Finanzministerin Janet Yellen nach dem Bericht sagte, darf man "einen einzelnen Datensatz nicht als übergeordneten Trend betrachten." Präsident Joe Biden und Yellen verteidigten die Arbeitslosenunterstützung. Sie glauben nicht, dass die erweiterten Leistungen die Beschäftigung beeinträchtigen. Letztendlich steigen die Aktienkurse, weil die Investoren wissen, dass die Erholung der US-Wirtschaft robust ist und die Arbeitsplätze irgendwann zurückkehren werden. Im Mai und Juni sollten die Daten viel besser ausfallen. Die Erholung der Treasury-Renditen, die nach dem Arbeitsmarktbericht zunächst deutlich fielen, bestätigt, dass Anleihehändler diese Ansicht teilen. Abgesehen davon dürften der schwache Arbeitsmarktbericht und der Anstieg der Aktien den US-Dollar unter Druck halten.
Die kanadischen Arbeitsmarktzahlen waren ebenfalls katastrophal. Im April gingen mehr als 200.000 Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote des Landes kletterte ebenfalls auf 8,1% von 7,5%. Wie beim US-Dollar waren die Verluste des kanadischen Dollar durch die zugrunde liegende Stärke des kanadischen Arbeitsmarktes und die Aussicht auf eine stärkere Erholung begrenzt.
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