Norwegische Arbeitslosenrate bleibt stabil, keine Weihnachtsrallye?

 | 25.11.2015 13:51

Wird uns der Weihnachtsmann dieses Jahr besuchen? (von Arnaud Masset)

Das Jahr ist fast vorbei und der Markt rechnet wie üblich mit der traditionellen Weihnachtsrallye, damit das Jahr mit einem freundlichen Ton beendet werden kann. Dies ist jedoch keine beschlossene Sache, denn ein paar Wolken zeigen sich sehr wohl am Horizont. Da könnten zunächst die geopolitischen Spannungen rund um die syrische Situation die übliche Weihnachtsrallye aus dem Gleis werfen, da sich die Anleger lieber für eine risikoaverse Haltung entscheiden mögen. Vermögenswerte, die von einer eskalierenden Situation profitieren könnten, sind Gold, Rohöl und die Verteidigungsaktien. Betrachtet man allerdings die politischen Nachrichten, so scheint es, dass sowohl die Türkei wie auch Russland die Spannungen niedrig halten und die Probleme auf eine friedliche Weise beilegen möchten.

Zweitens haben die neuesten Daten der weltgrößten Volkswirtschaft etwas enttäuscht. Die erste Revision des BIP für das dritte Quartal traf in etwa die Erwartungen von 2,1% auf Quartalsbasis (annualisiert) nach einer ersten Schätzung von 1,5%. Niedrige Energiepreise unterstützen weiterhin den Verbrauch, doch die persönlichen Ausgaben, als der größte Wachstumstreiber, gingen auf Quartalsbasis auf 3% (annualisiert) zurück, von 3,2% erste Schätzung. Darüber hinaus schwebt eine höhere Revision der Lagervorräte über dem Wachstum des 4. Quartals, denn die Lagerbestände sind noch immer sehr hoch.

Die Weihnachtsrallye ist keineswegs sicher in diesem Jahr, denn die Anleger wollen ihre Gewinne lieber jetzt sichern, wo die meisten Aktienindizes in der Nähe ihrer historischen Höchststände notieren.


Norwegen: Arbeitslosenquote bleibt unverändert

Heute haben die Händler die norwegische Arbeitslosenquote aufmerksam verfolgt, die mit 4,6% unverändert veröffentlicht wurde. Es gab immer noch erhebliche Bedenken, dass sich der negative Trend fortsetzt. In der Tat lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2014 um etwa 3%, und sie hat sich immer weiter verschlechtert. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit immer noch sehr akzeptabel und viele Länder wären dankbar für einen solchen Arbeitsmarkt. Wie auch immer, die Arbeitslosenquote bleibt sehr nahe an der Vollbeschäftigung. Zur Zeit ist die negative Entwicklung vor allem auf die Öleinnahmen zurückzuführen, die die Haupteinnahmequelle der norwegischen Wirtschaft sind. Auch wenn sich der Ölpreis von 40 $ pro Barrel wieder auf 43 $ erholt hat, bleiben die Preise sehr niedrig, und die Volatilität ist im Kontext eines überversorgten Marktes sehr hoch.

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Als Folge der globalen Unsicherheiten in Bezug auf die Ölpreise, haben große norwegische Öl- und Gasunternehmen bereits bekannt gegeben, dass sie ihre Explorationsinvestitionen im Laufe des Jahres 2016 reduzieren wollen. Wir glauben nicht daran, dass die Ölpreise im Verlauf des ersten Halbjahrs 2016 zulegen. Im Laufe der letzten sieben Jahre, als der Ölpreis nur nach oben ging, haben sich die Investitionen in Norwegen verdreifacht. Nun erfährt der Sektor eine Abkühlung, und wir können im nächsten Jahr ein niedrigeres BIP erwarten. Der USD/NOK steht vor einer Aufwertung. Das Paar bewegt sich in Richtung 9,00.

Rohstoffmarkt (von Peter Rosenstreich)

Die Auswirkungen der schwachen Ölpreise sind nun in den kanadischen Wirtschaftsdaten zu sehen. Da die Erwartungen an eine Erholung der Rohölpreise begrenzt sind, kann eine weitere Schwäche in der kanadischen Wirtschaft erwartet werden. Kanada war sehr darum bemüht, seine Wirtschaft von den Rohstoffen abzukoppeln. Falls die Fed die Zinsen anhebt, hat dies negative Auswirkungen auf Kanada, denn dies sollte zu einer allgemeinen Aufwertung des CAD führen. Um dem starken CAD zu begegnen, wird die BoC weitere Zinserleichterungen einplanen müssen. Im Kreise der Rohstoffwährungen sollte der AUD eine überdurchschnittliche Entwicklung hinlegen. In der letzten Zeit zeigte der AUD eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber den USD-Volatilitäten und reagierte eher empfindlich auf die Rohstoffpreise und die regionalen Wachstumserwartungen. Die RBA war im Hinblick auf die Inlandsentwicklung optimistisch, doch äußerte sie ihre Besorgnis über die externen Vorgänge. Der Rückgang der Rohstoffpreise hat den AUD gegenüber dem USD nach unten gezogen, doch gegenüber dem NZD war er fest. An der Datenfront fielen die erledigten australischen Bauarbeiten im 3. Quartal um -3,6% und waren damit niedriger als die Erwartungen von 2,0% und der nach oben revidierten Zahl von 2,1% aus dem 2. Quartal. Dennoch stiegen die qualifizierten Stellenangebote auf Monatsbasis um 0,6% im Oktober, doch waren sie schwächer als der nach unten revidierte Anstieg von 1,1% im September. Australiens Zentralbankchef Glenn Stevens hat den Märkten, die auf weitere Zinssenkungen spekulieren, heute ein "Chill out" empfohlen.