Nicht Fed oder EZB, sondern Trump sorgt für neuen Schwung

 | 13.12.2019 09:49

Wie erwartet, hat die US-Notenbank vorgestern beschlossen, ihre Geldpolitik vorerst nicht zu verändern. Der Leitzins bleibt in der aktuellen Spanne von 1,50 % bis 1,75 %. Die Entscheidung fiel laut Sitzungsprotokoll einstimmig. Im Statement war auch zu lesen, dass die derzeitige Ausrichtung der Geldpolitik „angemessen“ sei. Damit deutete die Fed an, dass es auf absehbare Zeit keine Änderung der Geldpolitik geben wird, sofern unerwartete Ereignisse ausbleiben.

US-Notenbank formuliert die Zinspause relativ klar

Nach den individuellen Prognosen der FOMC-Mitglieder („dot-plots“) dürfte der Leitzins jedenfalls auch im kommenden Jahr nicht verändert werden.

Für Ende 2021 wird zudem im Mittel ein Leitzins von 1,9 % erwartet, was bis dahin nur eine Zinserhöhung bedeutet. Ende 2022 soll der Leitzins dann erneut einen Schritt höher liegen bei 2,1 %. Bisher deutete die Medianprognose auf eine Zinserhöhung im Jahr 2020, eine im Jahr 2021 und eine weitere im Jahr 2022 hin.

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(Quelle: federalreserve.gov)

Fed-Chef Jerome Powell teilte dann in der Pressekonferenz mit, dass eine Zinserhöhung erst nach einem bedeutsamen und anhaltenden Inflationsanstieg angemessen sei. Und damit unterstrich er die schriftlich fixierte (längere) Zinspause.

EZB überprüft im kommenden Jahr ihre Strategie

Auch die EZB hat gestern keine Änderung an ihrer Geldpolitik vorgenommen. Das Statement zum aktuellen Zinsentscheid war fast wortgleich zum vorangegangenen. Und die neue EZB-Chefin Christine Lagarde bekräftigte auf ihrer ersten Pressekonferenz den aktuellen Kurs der Notenbank. Zugleich kündigte Lagarde, wie vorgestern beschrieben, nun auch höchstoffiziell eine Überprüfung der bisherigen Strategie der EZB an. Dieser Prozess solle voraussichtlich im Januar 2020 beginnen und bis Ende 2020 abgeschlossen werden, womit sie auch den „groben Zeitplan“ dafür vorlegte. Details dazu wurden nicht genannt, da diese laut Lagarde noch nicht beschlossen wurden.

Ökonomische Prognosen wurden minimal angepasst

Was die ebenfalls vorgestern bereits erwähnte Aktualisierung der ökonomische Prognosen angeht, so wurde die Wachstumsprognose des EZB-Mitarbeiterstabs für 2019 von 1,1 % auf 1,2 % angehoben, die Erwartung für 2020 aber von 1,2 % auf 1,1 % reduziert. Die Inflationsprognose bleibt für 2019 bei 1,2 %, steigt für 2020 von 1,0 % auf 1,1 % und sinkt für 2021 von 1,5 % auf 1,4 %.

(Quelle: EZB)

Insgesamt sind dies nur minimale Anpassungen, die natürlich sehr gut mit der Beibehaltung der Geldpolitik harmonieren.

Erst Trump rüttelte die Börsen wieder wach

Logisch, dass die Börsenkurse davon kaum neue Impulse erhielten. Da musste erst US-Präsident Donald Trump eine Twitter-Nachricht senden, um wieder für neuen Schwung zu sorgen. Und weil er meldete, dass man einem „großen Deal“ mit China sehr nahe komme, sprangen die Aktienkurse deutlich nach oben. Passend dazu war gestern noch ganz kurz vor der Twitter-Meldung in der aktuellen Wochenausgabe des Stockstreet-Premium-Traders zu lesen, dass „US-Präsident Donald Trump alles tun“ wird, „um die Aktienmärkte vor der kommenden Präsidentschaftswahl weiter anzutreiben“.

Trump erfüllt eine Forderung der Chinesen

Trump soll den Chinesen sogar eine Reduzierung der bestehenden Zölle um 50 % und eine Aufhebung der für den 15. Dezember geplanten zusätzlichen Zölle angeboten haben. Damit erfüllt Trump eine Forderung der Chinesen. Und so rückt ein Handelsdeal tatsächlich in greifbare Nähe.

Long-Positionen sind somit aktuell wieder klar das Mittel der Wahl. Kommt es zum Handelsdeal oder zumindest einem ersten Teilabkommen (Phase 1), dürften die Aktienmärkte noch einmal kräftig zulegen. Allerdings wäre dann auch ein „sell the facts“-Effekt denkbar und es könnten stärkere Gewinnmitnahmen einsetzen, so wie man sie heute auch schon intraday beobachten kann. Ich bleibe daher eher defensiv und würde nur neue Long-Trades eingehen, um damit kurzfristig schnelle Gewinne zu erzielen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Sven Weisenhaus

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