Nach einem großen Verfall wieder ein großer Trendwechsel?

 | 23.09.2020 09:43

Die Sommerpause der Börse-Intern scheint gut gewählt gewesen zu sein. Denn in der vergangenen Woche zeigte sich der DAX kaum bewegt. Er notierte die meiste Zeit in einer Handelsspanne von weniger als 200 Punkten (siehe rechtes gelbes Rechteck bzw. roter Trendanal im folgenden Chart). Mit dieser setzte der deutsche Leitindex die treppenartige Aufwärtstendenz seit Ende Juli fort.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Daran konnte auch die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank vom Mittwoch nichts ändern. Zwar reagierten die Aktienmärkte im Anschluss daran mit Kursverlusten, weil lediglich die neue Strategie nun auch offiziell verkündet wurde, es aber keine weiteren Maßnahmen gab, doch konnte sich der DAX sehr schnell wieder in seine Range zurückarbeiten (siehe kleiner, dunkelroter Bogen).

Auch die Hexen konnten dem DAX wieder einmal keinen Schwung verleihen

Und in dieser Range verharrte der DAX auch am Freitag, obwohl an diesem Tag „die Hexen tanzten“. Damit lieferte der Index erneut den Beweis, dass es, entgegen häufiger Berichterstattungen, am sogenannten Hexensabbat nicht regelmäßig zu volatileren Kursbewegungen als an anderen Handelstagen kommt.

Einschlägige Medien greifen erneut zu althergebrachten Begründungen

Erst vorgestern, und damit pünktlich zum ersten Handelstag nach der Sommerpause der Börse-Intern, kam es wieder zu größeren Kursausschlägen an den Aktienmärkten. Als Grund dafür wurden von den Medien mal wieder altbekannte Themen ausgepackt: Die Angst vor schärferen Einschränkungen wegen steigender Coronavirus-Infektionen, die fehlende Einigung im US-Kongress auf weitere Wirtschaftshilfen und Konjunkturdaten, welche auf eine langsamere Wirtschaftserholung hindeuten. Aber wie so oft waren diese Begründungen wenig plausibel, weil genau diese Themen in der vorangegangenen Woche bereits diskutiert wurden, aber nicht zu fallenden Kursen geführt hatten.

Nehmen wir nur als Beispiel die Zahl der Neuinfektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der vergangenen Woche gefühlt jeden Tag von neuen Rekord-Infektionszahlen berichtet. Reaktion der Aktienmärkte: Fehlanzeige!

Auf den großen Verfall folgte mal wieder der Trendwechsel

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Was war also am vorgestrigen Montag anders als am Freitag? Ganz einfach: Der Montag war der erste Handelstag nach dem großen Verfallstag. Und so lieferte der DAX mit seinen vorgestrigen starken Kursverlusten womöglich auch wieder einen Beweis dafür, dass Verfallstage, insbesondere die großen (Hexensabbat), häufig Trendwechsel einleiten. Darauf hatte auch Torsten Ewert in seiner Verfallstagsanalyse zum September-Verfallstag hingewiesen.

Zuvor hatten sich im DAX Kursmuster gebildet, aus denen es nun zu einem bearishen Ausbruch gekommen ist. Mit diesem könnten die vorherigen Aufwärtstrends zugunsten einer Herbstkorrektur beendet und somit vorgestern ein Trendwechsel eingeleitet worden sein.
Werfen wir dazu noch einmal einen Blick auf den Chart aus der letzten Börse-Intern vor der Sommerpause:

DAX - Target-Trend-Analyse

Hier zeigt sich, dass die vorgestrige Tageskerze im Hoch durch eine Abwärtslücke exakt an der Kreuzunterstützung an der Mittellinie bei 12.945 Punkten startete und der Kerzenkörper sich dann bis zur Rechteckgrenze bei 12.590 Zählern zog (siehe rote Ellipse im Chart). Diese Unterstützung konnte mit der gestrigen Tageskerze verteidigt werden. Doch die Aufwärtstrendlinie (grün) wurde klar gebrochen. Das unterstreicht die These eines Trendwechsels.

DAX folgt dem saisonalen Muster

Ich erinnere daran, dass dieser genau so aber zu erwarten war – und zwar auch ziemlich genau zum aktuellen Zeitpunkt – siehe dazu auch letzte Börse-Intern vor der Sommerpause.

Fazit

Während in den einschlägigen Medien Kurse wieder einmal Nachrichten gemacht haben und die jüngsten Kursbewegungen mit wenig plausiblen Zusammenhängen begründet wurden, lässt sich der aktuelle Rücksetzer der Aktienmärkte ziemlich eindeutig dem Verfallstag und der Saisonalität zuordnen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Trading
Ihr
Sven Weisenhaus

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