Experten blicken auf den Silberpreis

 | 04.06.2013 15:29

Die Abwärtsspirale beim Goldpreis erfasst auch den Silberpreis. Doch nicht nur die direkte Korrelation zwischen den beiden Edelmetallen sorgt für eine pessimistische Stimmung unter Experten.

Jüngste Vorhersagen zum kommenden Silberpreis sehen alles andere als optimistisch aus. Sowohl die Standard Bank als auch Natixis haben sich mit der weiteren Entwicklung im Jahresverlauf beschäftigt. Gemeinsamer Tenor beider Studien: Es geht weiter abwärts.

Für den Abwärtstrend gibt es mehrere Gründe. Anleger verlieren ein wenig ihr Interesse an Silber als Investitionsmöglichkeit. Noch zeigen sich jedoch keine großen Abflüsse aus Silber-ETFs. Sollte dies eintreten, würde der Silberkurs noch stärker unter Druck geraten. Zudem ist China gut mit dem Rohstoff versorgt, die Lager sind voll.

Vor allem ist es jedoch die sinkende Nachfrage aus dem Industriebereich, die derzeit die Silberpreise belastet. Die Photovoltaikbranche ist zurückhaltender bei Neubestellungen. Im Vergleich zur Periode 2009 bis 2011 ist die Nachfrage eher als schwach einzuschätzen. Die sinkenden Einspeisetarife in Europa machen Solarpaneele weniger lukrativ. 2012 wurden noch rund 3.100 Tonnen Silber für die Solarbranche benötigt. Das entsprach rund 10 Prozent der weltweiten Nachfrage nach dem Edelmetall. 2013 soll die Anzahl der installierten Systeme sinken, mit entsprechenden Konsequenzen für die Nachfrage.

Noch liegen die Silberpreise bei mehr als 22 Dollar je Unze. Bei der Standard Bank rechnet man jedoch für den weiteren Jahresverlauf mit einem durchschnittlichen Preis von rund 20,50 Dollar. 2014 soll der Preis dann wieder leicht ansteigen. Eine Verbesserung der Weltwirtschaft soll dafür sorgen, dass sich die industrielle Nachfrage erhöht.

Die Experten von Natixis betonen die enge Verbindung von Silber zum Gold. Hier wird für 2013 mit einem Durchschnittspreis von 25,50 Dollar gerechnet. 2014 soll die Unze im Schnitt noch 20,75 Dollar kosten. Wenn die befürchteten Abflüsse aus Silber-ETFs im größeren Maße eintreten, könnte der Preis je Unze im laufenden Jahr auf 20 Dollar sinken. 2014 würde es noch düsterer aussehen. 15 Dollar wären dann in Reichweite.

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