Brexit FOMC- US-Handelspolitik(FH)

 | 18.10.2018 11:05

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1492 (07:28 Uhr), nachdem derTiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1490 im späten asiatischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.49. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129.30. EUR-CHF oszilliert bei 1.1438.

Die Beratungen über den Brexit sind ohne Ergebnis beendet worden. Es ist offen, ob und wann es weitere Spitzentreffen geben wird. EU-Kommissionspräsident Juncker informierte die Regierungschefs über die nötigen Vorbereitungen für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen.

Im Falle eines ungeordneten Brexit wären die kurzfristigen Bremsspuren nicht unwesentlich, aber sie wären nicht geeignet, das grundsätzlich positive Konjunkturszenario Kontinentaleuropas zu gefährden. Mittel- und langfristig wäre ein ungeordneter Brexit bezüglich der daraus resultierenden Verlagerungen des Kapitalstocks vom UK nach Kontinentaleuropa positiver zu bewerten und damit besser für Kontinentaleuropa als das im Falle eines geordneten Brexits der Fall wäre.

Der Brexit, ob geordnet oder ungeordnet, führt in einer Gesamtbetrachtung erstmalig seit dem Beitritt des UK 1973 dazu, dass das UK nennenswert etwas für den Aufbau des Kapitalstock und damit dieWirtschaft Kontinentaleuropas tut.

Das Protokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve belegte die Einmütigkeit des Gremiums hinsichtlich der letzten Zinserhöhung.

Rezessionsgefahren wurden weniger intensiv diskutiert. Die Konjunkturlage wird als stark klassifiziert. Es bleibt bei einer schrittweisen Straffung der Geldpolitik. Die Risiken eines weiteren Anstiegs des USD und einer partiellen Zurückhaltung wegen der Folgen der US-Handelspolitikwurden thematisiert.

Wir verweisen auf den letzten Teil unseres heutige Kommentars, wo wir uns einiger US-Daten annehmen, die perspektivisch nachdenklicher stimmen könnten.

"Common Sense" im US-Senat?

Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat McConnell hat die US-Regierung zu einer schnellen Lösung der Handelskonflikte aufgefordert. Die von anderen Staaten verhängten Gegenmaßnahmen fingen an, sich auf die amerikanische Wirtschaft auszuwirken. So ist es. Mitch McConnell wiederholt damit faktisch aber nur das, was aus den Unternehmensverbänden schon zu hörenwar. Dass dieses Thema nun im Senat prominent aufgenommen wird, darf rational gestimmte Teilnehmer der Wirtschaft und der Finanzmärkte zuversichtlicher stimmen.

China kein Währungsmanipulator!

Das US-Finanzministerium klassifiziert China nicht als Währungsmanipulator ein. Die Regierung in Peking habe offenbar aber wenig direkten Einfluss auf den Wert derWährung genommen. Wir stimmen zu und merken an, dass der von den USA ausgehende Konflikt zu einer Risikoaversion des Marktes gegenüber China führt. Implizit manipulieren damit die USA den Wert des Yuan.

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USA an EU-Handelsabkommen uninteressiert?

EU-Handelskommissarin Malmström hat sich pessimistisch bezüglich eines umfassenden Handelsabkommens mit den USA geäußert. Sie ginge nicht davon aus, dass es bis Jahresende eine Einigung gebenwürde. Hinsichtlich der angedrohten US-Zölle auf Autos, sei alles offen. Man (DE:MANG) strebe ein Ergebnis bis spätestens Februar 2019 an.

Fazit zu der aktuellen Informationslage:

Der innere Widerstand ("Handelskrieg" gegen den eigenen Kapitalstock) bezüglich der US-Handelspolitik nimmt in den USA zu und ist auf der politischen Bühne außerhalb desWeißen Hauses angekommen. Die Tatsache, dass China nicht als Manipulator diskriminiert wurde, darf als ein zartes Signal des US-Finanzministeriums einer potentiellen Entspannung gewertet werden.

Kontinentaleuropa kann auch ohne ein Handelsabkommen weiter gute Geschäfte mit den USA machen. Man braucht doch in den USA unter anderem die deutschen Autobauer, die die größten Kfz-Exporteure der USA sind. Mit einem sinnvollen Abkommen auf Augenhöhe und ohne jedweden Unterordnungsaspekt unter geopolitische Interessen der USA wäre ein Handelsabkommen natürlich erstrebenswert, aber eben nur dann!

Datenpotpourri:

Die Verbraucherpreise der Eurozone nahmen per September den Erwartungen entsprechend um 0,5%im Monatsvergleich und um 2,1%im Jahresvergleich zu. Der US-Hypothekenmarktindex zeigt auffällige Schwäche. Der Index brach in der letzten Berichtswoche von 346,7 auf 322,1 Punkte ein und markierte die schwächsten Niveaus seit 2014 und 2000.

Hintergrund ist neben der Disparität zwischen Einkommensentwicklung und Immobilienpreissteigerungen das deutlich angestiegene Zinsniveau am US-Kapitalmarkt. In den letzten 12 Monaten kam es dort bei den langfristigen Sätzen (30 Jahre) zu einem Anstieg von 4,20%auf 5,10%.