AMD nach der 30%-Rallye: Ist die Aktie jetzt schlichtweg zu teuer?

 | 10.11.2021 07:47

Die Aktien von Advanced Micro Devices (NASDAQ:AMD) überraschen weiter selbst die optimistischsten Analysten. Die Chip-Aktie hat im letzten Monat etwa 30% hinzugewonnen, im Jahresverlauf etwa 63%. Allein am Montag konnte sie um 10% zulegen.

AMD Chart

Diese kraftvolle Rallye lässt die Anleger fragen, wie lange das Momentum noch anhalten kann und ob die Aktie des Chipherstellers mittlerweile nicht schlichtweg zu teuer geworden ist. Aktuelle Zahlen legen nahe, dass diese Zuwächse durch einen soliden Wettbewerbsvorteil gestützt werden, den der Chipkonzern aus Santa Clara in Kalifornien in den letzten fünf Jahren gegenüber seinen Konkurrenten in der Branche aufgebaut hat.

Der jüngste Anstieg wurde auch durch die Meldung ausgelöst, dass der Social-Media-Riese Meta Platforms (NASDAQ:FB), besser bekannt als Facebook, die von AMD entwickelten EPYC-Chips für sein Rechenzentrum ausgewählt hat.

Im vergangenen Monat lieferte AMD erneut glänzende Quartalsergebnisse zusammen mit einer überzeugenden Prognose für das vierte Quartal, was darauf hindeutet, dass der von der Pandemie ausgelöste Boom für elektronische Bauelemente noch lange nicht vorbei ist.

AMD erwartet für das Schlussquartal einen Umsatz von 4,5 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch die Computing- und Grafikkartensegmente des Unternehmens. Das wäre ein Wachstum von 39% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Sollte der Chiphersteller diese Expansion umsetzen können, dann wächst der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um mehr als 50%.

Unterdessen nimmt AMD seinem Erzrivalen Intel (NASDAQ:INTC) immer mehr Marktanteile ab, der nun für 2021 ein stagnierendes Geschäft prognostiziert.

Laut Mercury Research verlor Intel im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr auf dem Serverprozessormarkt rund vier Prozentpunkte an AMD. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich noch beschleunigen, denn erst kürzlich hatten externe Quellen den dramatischen Performance-Vortel des EPYC-Prozessors von AMD gegenüber den Produkten von Intel bestätigt.

Noch vor kurzem bediente Intels Data Center-Sparte mehr als 99% des Marktes für Chips, die das Herzstück von Unternehmensnetzwerken und Internet-Infrastrukturen bilden. Aber dieser Vorsprung ist angesichts der jahrelangen Fehlschläge von Intel in der Fertigung bedroht.

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Alphabets (NASDAQ:GOOGL) Google Cloud gab im Juni bekannt, dass sie Cloud-Computing-Dienste basierend auf dem von AMD neuestem Rechenzentrumschip anbieten wird. Cloud-Computing-Anbieter wie Google und Amazon (NASDAQ:AMZN) gehören zu den größten Käufern von Serverchips.

Margenverbesserung

AMD ist auch in einer besseren Position, um mit der Chipknappheit fertig zu werden, die vielen anderen in der Branche während der Covid-19-Pandemie zugesetzt hat. Was AMD von der Masse absetzt, ist die langfristige Beziehung zu seinem Hauptlieferanten Taiwan Semiconductor Manufacturing (NYSE:TSM), der einige der weltweit führenden Chip-Produktionswerke betreibt. In diesem Jahr sagte TSMC, dass sein Segment "High-Performance Computing", in dem AMDs Geschäft angesiedelt ist, ein "wichtiger Wachstumstreiber" für die Chipschmiede sein wird.

In einem robusten Geschäftsumfeld gelingt es AMD auch, die Kosten unter Kontrolle zu halten, um die Profitabilität zu steigern. Die Bruttomarge belief sich im dritten Quartal auf 48 % gegenüber 44 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Grund: die Kunden waren bereit, mehr Geld für die Chips des Unternehmens auf den Tisch zu legen. Für das vierte Quartal erwartet das Management eine Bruttomarge von 49,5 %.

Diese Zuwächse haben zahlreiche Analysten dazu veranlasst, ihre Kursziele für die AMD-Aktie auf Sicht der nächsten 12 Monate anzuheben.

BofA Securities bestätigte ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 135 US-Dollar auf 150 US-Dollar an. AMD-Aktien beendeten den Montag bei 138,92 US-Dollar.

Auch Wells Fargo (NYSE:WFC) bekräftigte seine Einschätzung "Overweight" für die Aktie und hob sein Kursziel von 120 auf 145 US-Dollar an. Hans Mosesmann von Rosenblatt Securities schrieb in einer Notiz, dass die Investoren inzwischen die Story "David gegen Goliath" ernst nehmen; Mosesman erhöhte sein Preisziel von 150 auf 180 US-Dollar. Er fügte hinzu, dass das Geschäft von AMD Folgendes erlebt:

"...eine stärker als erwartete Nachfrage, Kursgewinne und ein besser als erwartetes Management der Angebotsengpässe."

Fazit zur AMD-Aktie

Derzeit gibt es viele Katalysatoren, die AMD helfen, seinen Wachstumskurs fortzusetzen. Dazu gehören erfolgreiche Produkteinführungen, Marktanteilszugewinne und Margenausweitungen durch Kostenkontrolle.

Solange diese Faktoren im Spiel bleiben, erscheint die AMD-Aktie trotz der jüngsten Kursrallye nicht zu teuer.

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