3 Gründe, warum man besonders heute nicht ETF-, sondern Stockpicker sein sollte

3 Gründe, warum man besonders heute nicht ETF-, sondern Stockpicker sein sollte

The Motley Fool  | 16.06.2019 09:36

3 Gründe, warum man besonders heute nicht ETF-, sondern Stockpicker sein sollte

Es dürfte für dich als Foolishen Investor schon lange kein Geheimnis mehr sein, dass man mithilfe eines oder mehrerer ETF prinzipiell einfach, sicher, bequem und sogar günstig zu marktüblichen Renditen investieren kann. Ein Credo, das in meinen Augen nie wirklich in Aktualität verloren hat. Auch in volatileren Zeiten nicht.

Nichtsdestoweniger gibt es gewiss auch Nachteile bei einem solchen Ansatz. So investiert man gerade bei einem passiven Ansatz beispielsweise stets in den ganzen Markt, was durchaus einige Verliereraktien beinhalten dürfte, die langfristig die Rendite der Gewinneraktien schmälert. Eine marktübliche Rendite ist schließlich eine marktübliche Rendite – und das umfasst eben nicht bloß die Gewinner.

Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf drei Gründe, weshalb es momentan von Nachteil sein könnte, in ETFs zu investieren. Auch wenn dieser Weg, wie gesagt, prinzipiell durchaus einige interessante Vorteile mit sich bringt.

1) In volatilen Zeiten findet man einfacher günstige Aktien Ein erster Grund, weshalb es gerade heute ein schlechter Zeitpunkt sein könnte, in ETFs zu investieren, hängt mit der Bewertung vieler Aktien zusammen. Vor allem, in Anbetracht der zuletzt eher volatilen Zeiten.

Viele Aktien alleine in unserem heimischen Leitindex sind so beispielsweise innerhalb der vergangenen Wochen und Monate deutlich unter die Räder gekommen. Sei es, weil konjunkturelle Sorgen belasteten, oder auch, weil der eine oder andere Kandidat seine eigenen Prognosen revidieren musste. Gründe schien es in letzter Zeit viele zu geben.

Das heißt für alle Foolishen Investoren jedoch vor allem eins: Viele Aktien von interessanten Unternehmen, die gegenwärtig bloß eine kurze bis mittelfristige, schwierige Zeit durchmachen, sind inzwischen wieder deutlich moderater bewertet und könnten echte, langfristige Chancen sein.

Gerade in volatilen Zeiten ist es daher häufig besonders einfach, attraktive, langfristige Aktien zu identifizieren, weshalb man einen passiven Investment-Ansatz nicht zwingend benötigt, um hervorragende langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen.

2) Dividenden-ETFs könnten vor Kürzungen stehen Ein zweiter wichtiger Grund, weshalb es sich gerade jetzt nicht anbietet, in ETFs zu investieren, dürften die Dividendenausschüttungen sein. Auch wenn der DAX in diesem Jahr erneut eine Rekord-Dividendensaison hinter sich gebracht hat, spekulieren einige Marktbeobachter gegenwärtig darauf, dass es für’s Erste die letzte mit Rekorddividenden gewesen sein könnte.

Ein Problem, das vor allem ETF-Investoren betreffen könnte. Denn gerade die Passivfonds, die durch ihren marktbreiten Ansatz in viele, viele Aktien investieren, könnten letztlich als Erste von Dividendenkürzungen betroffen sein. Im Grunde genommen reicht es bereits aus, wenn ein kleinerer Anteil eines Index seine Dividenden kürzt, um im kommenden Jahr bereits weniger an Dividenden zu erhalten. Eine Entwicklung, mit der man als passiver Investor kalkulieren sollte.

Als Investor, der hingegen seine Dividendenperlen sorgfältig auswählt, kann ein besonderes Augenmerk auf zuverlässige Dividendenaktien legen, die auch in Krisenzeiten ihre Ausschüttungen nicht gekürzt haben. Dividendenaristokraten gelten als besonders sicher, ebenso wie andere interessante Dividendenaktien, die über viele Jahrzehnte hinweg die eigene Ausschüttung nicht mehr gesenkt haben.

Auch die Dividenden könnten daher unterm Strich ein Grund sein, gerade jetzt lieber einzelne spannende Aktien auszuwählen. Auch wenn das gewiss mit ein wenig mehr Aufwand verbunden sein dürfte.

3) Kapitalflucht aus ETFs möglich Gerade in volatilen Zeiten könnte es sich nicht besonders empfehlen, in ETFs zu investieren, weil den Passivfonds innerhalb der vergangenen Monate, Quartale und Jahre stets ein gewisses Liquiditäts- und Systemrisiko nachgesagt wurde.

Durch die schiere Größe, die viele Passivfonds inzwischen erreicht hätten, würden vor allem Abschwünge durch das Verkaufen von ETFs noch einmal signifikant beschleunigt werden. Zudem könnten Anbieter kurzfristig Schwierigkeiten haben, gängige Kurse abzubilden. Einfach deshalb, weil innerhalb einer Panik zu viele zu risikoaverse Investoren aus Passivfonds herausdrängen könnten.

Ein Risiko, das nicht bloß gegenwärtig besteht, sondern allgemeingültigen Charakter besitzt. Denn ein gewisses Panikrisiko schwebt über jeder Börsenzeit, nicht bloß über volatilerer.

Wer sich daher davor fürchtet, dass seine Kurse auch mal massiv einbrechen können oder ETFs kurzfristig in einer heftigen Panik weniger liquide erscheinen, sollte generell hinterfragen, ob die Passivfonds das beste Mittel für den langfristigen Vermögensaufbau sind. Nicht nur aktuell.

Viele Vorteile, aber … ETFs weisen noch immer viele Vorteile auf. Daran wird sich auch weiterhin nicht viel ändern.

Nichtsdestoweniger könnte es sich gerade jetzt anbieten, einmal kritisch zu hinterfragen, ob man nicht ein wenig mehr Aufwand erbringen möchte – und zusätzlich zu den bisherigen ETFs auch in einzelne Aktien investiert.

Das könnte sich durchaus lohnen. Sowohl was die Rendite anbelangt, als auch die Dividenden sowie das Systemrisiko, das einige Marktbeobachter den Passivfonds derzeit nachsagen.

Motley Fool Deutschland 2019

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Motley Fool

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