Japans Wirtschaft wächst überraschend - Rezessionsrisiko bleibt

Japans Wirtschaft wächst überraschend - Rezessionsrisiko bleibt

Reuters  | 20.05.2019 09:15

Japans Wirtschaft wächst überraschend - Rezessionsrisiko bleibt

- von Tetsushi Kajimoto und Leika Kihara

Tokio (Reuters) - Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz schwächelnder Exporte überraschend gewachsen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen Januar und März aufs Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent zu, wie aus am Montag veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht. Damit beschleunigte sich das Wachstum, obwohl Analysten mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Ende 2018 war die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt um 1,6 Prozent gewachsen. Experten warnen allerdings vor einem drohenden Konjunkturabschwung.

Zu dem unerwarteten Ergebnis trug der Außenhandel entscheidend bei: Die Exporte schrumpften zwar angesichts der schwächeren Weltkonjunktur und des Handelsstreits der USA mit China um 2,4 Prozent zum Vorquartal und damit so stark wie seit 2015 nicht mehr. Da aber die Importe zugleich um 4,6 Prozent einbrachen und damit so kräftig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, schob der Außenhandel das Wachstum an. Zugleich investierten die Unternehmen weniger, während die Verbraucher ihren Konsum leicht einschränkten.

"Die Konjunktur hat bereits ihren Höhepunkt hinter sich", sagte der Chefvolkswirt des Instituts Tokai Tokyo, Hiroaki Muto, angesichts dieser Konstellation. "Wir werden wohl eine leichte Rezession bekommen." Das sieht Ökonom Kentaro Arita vom Forschungsinstitut Mizuho ähnlich. "Der private Konsum dürfte schwach bleiben, da Löhne und Gehälter nicht so stark steigen", so der Experte. "Im zweiten Quartal könnte die Wirtschaft stagnieren oder leicht schrumpfen, zumal auch die Exporte schwächeln dürften. Kombiniert mit der Investitionsschwäche besteht das Risiko einer Rezession."

© Reuters. In anticipation of a visit by Japan's Prime Minister Abe, workers unfurl a Japanese flag at the Blair House in Washington

"SOLIDE GRUNDLAGEN"

Viele Experten gehen deshalb davon, dass Ministerpräsident Shinzo Abe die für Oktober angekündigte Anhebung der Mehrwertsteuer von acht auf zehn Prozent verschieben dürfte, weil das zu höheren Preise und einer sinkenden Nachfrage führen könnte. Die Regierung hält bislang an dem Schritt fest. "Es gibt keine Änderung unserer Einschätzung, dass die Grundlagen für die Unterstützung der Inlandsnachfrage solide bleiben", sagte Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi.

Börsianer in Japan griffen nach den unerwartet guten Konjunkturdaten für das erste Quartal zu. Der japanische Leitindex Nikkei stieg am Montag um knapp 0,3 Prozent auf 21.301 Punkte.

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